In schwierigen Lebenssituationen befinden wir uns alle einmal. Wir beginnen ein Studium und fühlen uns überfordert, wir kommen in eine unbekannte Stadt, wo wir niemanden kennen. Dann suchen wir Halt im Glauben oder in der Philosophie. Manche fanden den christlichen Glauben und stellen nun erschrocken fest, dass ihr sexuelle Orientierung, ihr homosexuelles Coming-out, mit diesem Glauben nicht konform gehen soll.
Campus für Christus versucht sich in solchen schwierigen Lebenssituationen als Helfer anzubieten. Doch Vorsicht! Die Organisation versucht nicht nur mit einfachen Mitteln ihre Freude und ihren Glauben zu teilen. Nein, diese Organisation kommt aus den USA, ist gut finanziert und versucht vor allem zum evangelikalen Glauben zu missionieren. Damit verbunden ist der Versuch in manipulativer Weise hilfesuchende Menschen mittels "Beratungshilfen" auch zur Heterosexualität umzuerziehen. Sie bekehrt damit auf Kosten anderer Gesellschaftsgruppen, insbesondere auch auf Kosten der Homosexuellen.
Man muss bei Campus für Christus zwischen missionierten Spendenzahlern sowie "Besucher" der Gruppen (bspw. Studenten an Hochschulen) und den Ideologie verbreitenden „Mitarbeitern" unterscheiden. Unsere Kritik richtet sich vor allem gegen die Mitarbeiterstrukturen (aus denen CfC besteht), die sich aus selbst rekrutierten Spenderkreisen, so genannte „Freundeskreise" (vgl.
http://www.cfc-online.org) finanzieren. CfC ist eine breit aufgestellte evangelikale Missionierungsgesellschaft, die aus „Arbeitsbereichen" („Ministries") besteht. An Universitäten ist der einzelne Arbeitsbereich „Studentenarbeit" (von insgesamt "60 Arbeitszweigen",
http://www.cfcguide.de/public/Ziel.html) aktiv, um auch die Mitarbeiterpotenziale, gesellschaftlichen Einfluss sowie finanziellen Ressourcen für die Zukunft langfristig abzusichern.
Neben der HuK empfehlen wir christlichen Studenten und Studentinnen mit nicht heterosexueller Orientierung die Katholische oder Evangelische Studentengemeinde.
Positive Entwicklung in Chemnitz
Nach all der Kritik müssen wir aber auch die Gruppe von Campus für Christus Chemnitz loben. Nach vielen Diskussionen distanziert sich die Gruppe von den diskriminierenden Praktiken ihrer Mutterorganisation
(Vgl.
http://www.tu-chemnitz.de/stud/religion/cfc/cms/content/view/25/45/).
Wir wollen CfC Chemnitz darin unterstützen, diese Veränderung auch in der Mutterorganisation zu fördern. Mittlerweile teilt sich die Gruppe die Räumlichkeiten, neben den anderen bisherigen christlichen Gruppen, auch mit der Studentenarbeit der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche“ e.V. (HuK). Die HuK bietet spezielle Themenabende und Beratungsangebote rund um Themen wie Homosexualität und Glauben.
Mehr Infos zur HuK Chemnitz auf
www.huk.org/chemnitz.