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Bereits 2005 wurden Empfehlungen für die fundamentalistische
Laienseelsorgeorganisation Wüstenstrom bezüglich Homosexualität an der TU
Chemnitz verbreitet. Diese Organisation bietet ein christliches „Gefühlsumorientierungsverfahren“
für Homosexuelle an und stellte in der Vergangenheit gleichgeschlechtlich
Liebende immer wieder als defizitär dar.
Über Gefahren und Nebenwirkungen dieser kontraproduktiven Therapieversuche
klären die beiliegenden Statements von Wissenschaftlern und Organisationen auf.
Alarmiert durch diese unreflektierte Verbreitung dieser Thesen informierte die
Initiative gaynial.net, die schwullesbische Hochschulgruppe der TU Chemnitz, die
Institutionen der Universität und die werbenden Missionare über die Reichweite
dieses Sachverhalts. Insbesondere die Besorgnis in Bezug auf die Problematik der
Darstellung von Homosexualität als eine therapiebedürftige Krankheit und die
damit einhergehende Diskriminierung von Homosexuellen durch die beworbene
Organisation wurde zum Ausdruck gebracht.
Erschütternd war, dass die Werber, das Missionswerk „Campus für Christus“, die
beworbene Organisation und die Umpolungsversuche bedingungslos weiterhin
unterstützen. Auch wurden die diskriminierenden Wirkungen und die mit diesen
Therapien verbundenen Gefahren nicht ansatzweise als problematisch gesehen,
sondern vielmehr als irrelevant oder nicht gegeben dargestellt.
Die aus Amerika stammende Bewegung Campus für Christus (CfC) versucht unter der
Ausnutzung konflikthafter Lebenssituationen, Menschen (In diesem Fall sind es
beispielsweise christliche Homosexuelle vor ihrem Coming-out) zu „reifen“
heterosexuellen Christen und Christinnen evangelikaler Prägung zu missionieren.
Aus diesem Grunde erstellte die Initiative gaynial.net eine Aufklärungshomepage,
um über diesen Sachverhalt im Allgemeinen sowie über die Gefahren für Betroffene
im Besonderen aufzuklären. Es wurde auch Aufklärungsveranstaltungen (2005 mit
der evangelischen Studentengemeinde, 2006 mit Walter Conzelmann von der
Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche) durchgeführt, die
aufzeigten, was die biblisch nicht legitimierten Diskriminierungen und die
dubiosen Umpolungsangebote bei Betroffenen anrichten können.
Neben dem LSVD und oben in den Statements genannten Organisationen beurteilten
auch der Völklinger Kreis e.V., der Rote Baum e.V. und der Gerede e.V. aus
Dresden sowie Differentpeople e.V. aus Chemnitz die Unterstützung für die
Umpolung Homosexueller als fragwürdig und diskriminierend, nicht zuletzt auch
wegen der möglichen Gefährdung von Hilfe suchenden Betroffenen durch diese
Therapien und ihre Propagierung.
Man sollte sich die Frage stellen: Wenn evangelikale Christen vehement die
Therapien und die dazugehörigen Ansichten verteidigen, wie sich dann erst
homosexuelle Studierende nach erfolgter Missionierung möglicherweise selbst
unter Druck setzen. Diese Christen könnten sich durch solche Therapien
gefährden, nur um dem evangelikalen Weltbild zu entsprechen.
Die Initiative gaynial.net möchte Niemanden bezüglich alternativer
Lebensentwürfe Meinungen aufdrängen. Wir sehen es aber nicht ein, dass eine
Propagierung dieser diskriminierenden und gefährdenden Thesen öffentlich ohne
Gegendarstellung erfolgen soll oder deren Ausbreitung z. B.. durch eine
indirekte Unterstützung dieser Thesen von Seiten öffentlicher Stellen - bei
Missionierungsveranstaltungen in öffentlich-rechtlichen Räumen begünstigt werden
könnten.
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